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<title>Freibad</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Freibad</span></h1>
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<p>Ein <b>Freibad</b> ist eine im Freien angelegte öffentliche <a href="Badeanstalt" title="Badeanstalt">Badeanstalt</a>. Diese Anlage besteht neben der eigentlichen Schwimmgelegenheit auch aus Umkleidekabinen, <a href="Toilette" title="Toilette">Toiletten</a>, Liegeflächen und wird von <a href="Schwimmmeister" title="Schwimmmeister">Aufsichtspersonen</a> überwacht. Für die Benutzung der Anlagen wird normalerweise eine Gebühr erhoben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Funktion">Funktion</h2></div>
<p>Ein Freibad besteht entweder aus einem abgegrenzten Bereich eines fließenden oder stehenden <a href="Gew%C3%A4sser" title="Gewässer">Gewässers</a> oder aus einem im Freien angelegten <a href="Schwimmbad" title="Schwimmbad">Schwimmbad</a>. Dieses Schwimmbad hat meist eine rechteckige Form und genormte Abmessungen, damit darin sportliche Wettkämpfe stattfinden können. Die Schwimmbeckenlänge beträgt normalerweise 25 m oder 50 m. Oft ist auch ein <a href="Sprungturm" title="Sprungturm">Sprungturm</a> vorhanden. Meist befinden sich auch Planschbecken für Kinder in einer solchen Anlage. Meist sind auch <a href="Rutsche" title="Rutsche">Rutschen</a> vorhanden. Auf den Freiflächen werden zusätzliche Freizeitvergnügungen angeboten, wie z. B. <a href="Tischtennisplatte" class="mw-redirect" title="Tischtennisplatte">Tischtennisplatten</a>, <a href="Beach-Volleyball" class="mw-redirect" title="Beach-Volleyball">Beach-Volleyball</a>-Felder, <a href="Schachbrett" title="Schachbrett">Schachfelder</a>. Für die Verköstigung sorgt meist ein <a href="Kiosk" title="Kiosk">Kiosk</a>. In vielen Städten gibt es auch die Bezeichnung <i>Sommerbad</i>, da die Bäder in den kälteren Monaten geschlossen sind. Liegt das Freibad im Inneren oder am Rand eines Waldes, spricht man von einem
<b>Waldbad</b>.
</p>
<p>Im Unterschied zu den meist kostenpflichtigen Freibädern gibt es Seen, die unentgeltlich zum Baden und Schwimmen genutzt werden. Diese werden <a href="Badesee" class="mw-redirect" title="Badesee">Badeseen</a> genannt und verfügen über keine oder nur geringe bauliche Ausstattungen. Als berüchtigtes Beispiel hat <a href="Heinrich_Zille" title="Heinrich Zille">Heinrich Zille</a> den <a href="Wannsee_(Berlin)" class="mw-redirect" title="Wannsee (Berlin)">Wannsee (Berlin)</a> gemalt.
</p><p>Die nächtlichen Wärmeverluste eines Freibades können mittels einer <a href="Schwimmbecken#Poolüberdachung_und_Poolabdeckung" title="Schwimmbecken">Schwimmbadabdeckung</a> um 40–50 % reduziert werden.<sup id="cite_ref-Quaschning_129_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-Quaschning_129-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>2025 gab es in Deutschland 2.416 reine Freibäder, das sind 40 % aller Schwimmbäder.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<div class="sieheauch" role="navigation" style="font-style:italic;"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: <a href="Badehaus" title="Badehaus">Badehaus</a></div>
<p>Die <a href="Badekultur" title="Badekultur">Badekultur</a> der <a href="Antike" title="Antike">Antike</a> ging im <a href="Mittelalter" title="Mittelalter">Mittelalter</a> verloren – Baden galt bis zur <a href="Aufkl%C3%A4rung" title="Aufklärung">Aufklärung</a> als anrüchig und wurde erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts wieder beliebter, als die ersten englischen <a href="Seebad" title="Seebad">Seebäder</a> entstanden.
Um der Schicklichkeit Genüge zu tun, kamen im 19. Jahrhundert allerlei Vorrichtungen wie Bretterkisten, <a href="Badekarren" class="mw-redirect" title="Badekarren">Badekarren</a> und die ersten <a href="Strandkorb" title="Strandkorb">Strandkörbe</a> zum Einsatz – dazu <a href="Badebekleidung" title="Badebekleidung">Badebekleidung</a>, die den gesamten Körper verhüllten. Noch in der Mitte des 19. Jahrhunderts konnte das freie Schwimmen im Fluss bestraft werden.
</p><p>Eines der ersten Freibäder Norddeutschlands war die <a href="Freibad_an_der_Falkenwiese#Kreidemannsche_Anstalt" title="Freibad an der Falkenwiese">Kreidemannsche Anstalt</a> an der seit dem Mittelalter gestauten <a href="Wakenitz" title="Wakenitz">Wakenitz</a> in der Hansestadt <a href="L%C3%BCbeck" title="Lübeck">Lübeck</a>. Es wurde 1799 von dem Schwimmlehrer Anton Kreidemann eröffnet und bestand bis 1898. Als Ersatz für das Schwimmbad, das im Zuge der Bauarbeiten für den <a href="Elbe-L%C3%BCbeck-Kanal" title="Elbe-Lübeck-Kanal">Elbe-Lübeck-Kanal</a> einem <a href="D%C3%BCker" title="Düker">Düker</a> weichen musste, eröffnete die Stadt Lübeck 1899 in der Nähe des Bades an der Wakenitz das bis heute existierende und unter Denkmalschutz stehende <a href="Freibad_an_der_Falkenwiese" title="Freibad an der Falkenwiese">Freibad an der Falkenwiese</a>.
Die ersten Einrichtungen, die an heutige Freibäder erinnern, kamen mit den <a href="Flussbadeanstalt" class="mw-redirect" title="Flussbadeanstalt">Flussbadeanstalten</a> auf, bei denen ein <a href="Ponton" title="Ponton">Ponton</a> mit Plattform und eingelassenem Schwimmbecken im Wasser verankert wurde. Oder man begann, flache Strandabschnitte von Seen zu sichern, einzuzäunen und mit einfachen hölzernen Umkleidekabinen, Kassenhäuschen und eventuell noch einem Kiosk zu versehen. Ein <a href="Schwimmmeister" title="Schwimmmeister">Schwimmmeister</a> überwachte den Betrieb und sorgte für die nötige Sicherheit und Schicklichkeit. Die Umkleidekabinen standen in Reih und Glied und schirmten den Badebereich vor neugierigen Blicken ab. Das Freibad hatte ja nur eine kurze saisonale Nutzung im Hochsommer, weshalb gerade in der Anfängen des Freibadens einfache, provisorisch wirkende Holzbauten ausreichend erschienen. Ein bis heute nahezu unverändertes Exemplar dieser Art ist das 1926 errichtete Strandbad <a href="Altglash%C3%BCtten_(Feldberg)" class="mw-redirect" title="Altglashütten (Feldberg)">Altglashütten (Feldberg)</a> am <a href="Windgf%C3%A4llweiher" title="Windgfällweiher">Windgfällweiher</a> im Schwarzwald.<sup id="cite_ref-probst2018_3-0" class="reference"><a href="#cite_note-probst2018-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Wo es keinen natürlichen Badesee gab, legte man einen künstlichen See an wie beispielsweise in <a href="Laupheim" title="Laupheim">Laupheim</a> (<a href="Kreis_Biberach" class="mw-redirect" title="Kreis Biberach">Kreis Biberach</a>), dort wurde 1933/34 am Rande der Stadt nach Plänen des Stadtbaumeisters Herrmann Gutknecht das Parkbad errichtet<sup id="cite_ref-probst2018_3-1" class="reference"><a href="#cite_note-probst2018-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>. Das Freibad war nun eine kommunale Bauaufgabe geworden. Als Österreichs ältestes Freibad wird die 1874 errichtete <a href="Schwimmschule_Steyr" title="Schwimmschule Steyr">Schwimmschule im Wehrgraben</a> in <a href="Steyr" title="Steyr">Steyr</a> genannt.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Sprachliche_Besonderheiten">Sprachliche Besonderheiten</h2></div>
<p>In der Stadt <a href="F%C3%BCrth" title="Fürth">Fürth</a> (und nur dort) stand der Begriff <i>Freibad</i> im Gegensatz zum <i>Zahlbad</i>: Das eine war ohne, das andere mit Eintrittsgeld zu besuchen. Beide waren natürliche Flussbäder im Freien. Erst 1955 mit der Eröffnung eines Freibades im heutigen Sinne glich sich der Begriff dem heutigen an.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In gewisser Weise galt es aber auch für die <a href="Kinderfreibad" title="Kinderfreibad">Wiener Kinderfreibäder</a>.
</p><p>In vielen <a href="Kurort" title="Kurort">Kurorten</a> gab es analog eine „Verabfolgung von ermäßigten und unentgeltlichen Bädern“ an Bedürftige und bei Mittellosigkeit sowie zum Beispiel in Bad Nauheim „nur an Militärpersonen vom <a href="Feldwebel" title="Feldwebel">Feldwebel</a> abwärts und an <a href="Diakonisse" title="Diakonisse">Diakonissinnen</a>.“ In <a href="Bad_Kissingen" title="Bad Kissingen">Bad Kissingen</a> gab es vom 1. Juli bis zum 15. August 1903 keine Freibäder an Unbemittelte. Freibäder waren also kostenlos abgegebene <a href="Badewanne" title="Badewanne">Wannenbäder</a>.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Naturbad" title="Naturbad">Naturbad</a></li>
<li><a href="Strandbad" title="Strandbad">Strandbad</a></li>
<li><a href="Kinderfreibad" title="Kinderfreibad">Kinderfreibad</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Lidos?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Freibäder</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Freibad" class="extiw external" title="wikt:Freibad">Wiktionary: Freibad</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=4018263-0">Literatur von und über Freibad</a> im Katalog der <a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">Deutschen Nationalbibliothek</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-Quaschning_129-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-Quaschning_129_1-0">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Volker_Quaschning" title="Volker Quaschning">Volker Quaschning</a>, <i>Regenerative Energiesysteme. Technologie - Berechnung - Simulation</i>, 8. aktualisierte Auflage. München 2013, S. 129 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://baederatlas.com/"><i>Bäderatlas.</i></a> In: <i>Deutsche Gesellschaft für das Badwesen e. V.</i><span class="Abrufdatum"> Abgerufen am 16. Februar 2025</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AFreibad&rft.title=B%C3%A4deratlas&rft.description=B%C3%A4deratlas&rft.identifier=https%3A%2F%2Fbaederatlas.com%2F"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-probst2018-3"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-probst2018_3-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-probst2018_3-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">Sabine Kraume-Probst, <i><a rel="nofollow" class="external text" href="https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/nbdpfbw/article/view/57309/48650">Badespaß mit Denkmalschutz, Freibäder in Baden-Württemberg</a></i>, in: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/nbdpfbw/index">Denkmalpflege in Baden-Württemberg</a>, Bd. 47 Nr. 4 (2018), S. 230–234, abgerufen am 13. April 2019</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://IABotdeadurl.invalid/http://www.youtube.com/watch?v=c-o-GO_KPUE">@1</a></span><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.youtube.com/watch?v=c-o-GO_KPUE">@2</a></span><span style="display:none">Vorlage:Toter Link/www.youtube.com</span> <small>(Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Februar 2024. <a rel="nofollow" class="external text" href="http://timetravel.mementoweb.org/list/2010/http://www.youtube.com/watch?v=c-o-GO_KPUE">Suche in Webarchiven</a>)</small> <small class="archiv-bot"><span class="wp_boppel noviewer" aria-hidden="true" role="presentation"><span typeof="mw:File"><span title="i"></span></span></span> <b>Info:</b> Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</small> Hochwasser Steyr 2002, Florian Kepl, Video (24:37) 4. Juni 2002.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Flussbad-Idyll am Rednitzstrand, 100 Jahre Freibad und Zahlbad 1906–2006, Städtebilder-Fotoarchiv und -verlag Fürth, ISBN 3-927347-59-0</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Gerhard Hüfner: <i>Die deutschen Bäderverbände 1892 – 1992.</i> Flöttmann Verlag, Gütersloh 1992, ISBN 3-87231-056-9, S. 436–440. Dortige Quelle: <i>Statistik über Vergünstigungen in Kurorten 1903.</i> Vorgelegt von <a href="Bergvogt_(Bergbau)" title="Bergvogt (Bergbau)">Bergrat</a> Adolf Morsbach, <a href="Bad_Oeynhausen" title="Bad Oeynhausen">Bad Oeynhausen</a>, 1905.</span>
</li>
</ol>
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